Rechtsanwalt & Spezialist für MLM- und Vertriebsrecht
T (+49) 040 / 7344 086-0
Rechtsanwalt & Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
T (+49) 040 / 7344 086-0
Rechtsanwalt & Spezialist für Handels- und Gesellschaftsrecht
T (+49) 040 / 7344 086-0
Rechtsanwalt & Spezialist für Kryptorecht & KI-Recht, Zertifizierter Geldwäschebeauftragter (TÜV)
T (+49) 040 / 7344 086-0
Blog News
Gegen die Deutsche Bank liegt ein erneuter Verdacht vor: Ihr wird vorgeworfen, die Bekämpfung von Geldwäsche verfehlt zu haben. Im Zusammenhang mit einem prominenten Kunden der Bank, dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch, und dessen Firmen sollen Geldwäscheverdachtsmeldungen an die Behörde zu spät erfolgt sein.
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen Frankfurt am Main führt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt Ermittlungen gegen die Deutsche Bank. Die Ermittlungen richten sich insbesondere gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank.
Im Rahmen von Durchsuchungen der Bankgebäude in Frankfurt und Berlin durch die Justiz sollen neue Beweise gesichert werden. Ein Pressesprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen und die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben zum Hintergrund der Ermittlungen machte er nicht.
Inhalt der Ermittlungen sind nach Presseangaben Geschäfte im verschachtelten Firmenverband des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch.
Roman Abramowitsch steht seit März 2022 auf der EU-Sanktionsliste. Aus dieser geht hervor, dass Abramowitsch sein Vermögen mithilfe enger Verbindungen zum russischen Präsidenten gesichert habe. Infolge der Sanktionierung durch die EU musste Abramowitsch seine Anteile am Londoner Fußballverein FC Chelsea verkaufen. Auch die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt aufgrund des Verdachts einer Straftat nach dem Außenwirtschaftsgesetz gegen ihn. Laut dem Mediensender OCCRP läuft zudem ein Verfahren wegen Geldwäscheverdachts bei den Behörden in Jersey gegen den 59-jährigen Unternehmer.
Sein Medienanwalt wies die Vorwürfe ab und äußerte gegenüber den Medien, dass seinem Mandanten weder die Ermittlungen durch die deutschen Behörden bekannt sind, noch ein Verstoß gegen nationale oder internationale Vorschriften und Gesetze durch diesen begangen wurde. Er bezeichnete die gegenteiligen Behauptungen als rufschädigend.
Im Zusammenhang mit den Firmen Abramowitschs wird der Deutschen Bank vorgeworfen, pflichtwidrig Verdachte auf Geldwäsche verspätet an die Behörde gemeldet zu haben.
Betroffen seien Geschäfte zwischen 2013 und 2018.
Sobald ein Verdacht besteht, dass Kunden kriminell erwirtschaftete Gelder waschen wollen oder Transaktionen der Finanzierung von Terrorismus dienen, sind Bankmitarbeiter gesetzlich verpflichtet, dies den Behörden unverzüglich zu melden.
Häufig betroffen von solchen Verdachtsmeldungen sind Korrespondenzbanken, wie es auch die Deutsche Bank mit ihrer globalen Reichweite ist. Diese hilft anderen Instituten bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.
Bereits in der Vergangenheit musste sich die Deutsche Bank Vorwürfen bezüglich verspäteter Geldwäscheverdachtsmeldungen stellen.
Im Januar 2017 zahlte die Bank rund 630 Millionen Dollar in Form von Bußgeldern an Behörden der USA und Großbritannien infolge von Spiegelgeschäften, bei denen mehr als 10 Milliarden Dollar aus Russland gewaschen wurden. Kurze Zeit später wurde aufgrund mangelhafter Kontrollsysteme eine Strafe in Höhe von 41 Millionen Dollar durch die US-Notenbank Federal Reserve verhängt.
Bereits Ende 2022 gab es dann eine Razzia der Bankzentrale in Frankfurt durch die Staatsanwaltschaft, das BKA und die Finanzaufsicht BaFin.
Aufgrund teilweise gravierender Probleme bezüglich der Geldwäschebekämpfung wurde der Deutschen Bank von 2018 bis Ende 2024 ein Sonderbeauftragter von BaFin zugeteilt, der die Fortschritte in diesem Zusammenhang kontrollieren sollte, da Mängel bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht wie gefordert beseitigt wurden.
Im letzten bekannten Fall hatte die Bank als Korrespondenzbank für Transaktionen eines Onkels des syrischen Machthabers Baschar-al-Assad gedient. Infolge dessen musste die Deutsche Bank ein Bußgeld in Höhe von sieben Millionen Euro zahlen.
Die Razzia der Gebäude der Deutschen Bank fand einen Tag vor der Bilanz-Medienkonferenz für das Jahr 2025 statt. Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Bank, muss sich kritischen Fragen bezüglich der Durchsuchungen stellen.
Eigentlich erwartete die Deutsche Bank laut Analysten einen Gewinn von sechs Milliarden Euro für das Jahr 2025. Nach Bekanntwerden des Verdachts fiel der Aktienkurs allerdings vorübergehend um rund drei Prozent ab.
Die Deutsche Bank hat erst vergangenen Sommer ihre Abteilung gegen Finanzkriminalität umstrukturiert und die Stelle des Konzern-Geldwäschebeauftragten neu besetzt. Diese Position gilt schon lange als Schleudersitz. Gleiches gilt für die des Chefjustiziaren, welche seit Kurzem von Simone Kämpfer, ehemaliger Staatsanwältin, Strafverteidigerin und Partnerin der Großkanzlei Freshfields besetzt ist. Die neuen Ermittlungen bedeuten für sie die erste Bewährungsprobe.
Das Wirtschaftsstrafrecht umfasst alle strafrechtlichen Bestimmungen, die im wirtschaftlichen Bereich relevant sind. Es befasst sich mit Straftaten wie Steuerhinterziehung, Korruption oder Geldwäsche. Die Komplexität des Wirtschaftsstrafrecht erfordert spezialisierte Rechtsanwälte, die mit den einzelnen Spezialgebieten vertraut sind.
Wir bei SBS Legal bieten Ihnen kompetente Beratung in allen Bereichen des Wirtschaftsstrafrechts. Wir beantworten Fragen rund um das Thema Geldwäsche und helfen Ihnen, potenzielle rechtliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Zudem bietet unsere Kanzlei die Verteidigung in Wirtschaftsstrafverfahren und Unterstützung bei internen Ermittlungen.
Kontaktieren Sie uns gern.