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| Internetrecht, Reputationsrecht

Haftung für Kundenbewertungen bei Amazon

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Kunden können Produkte von Händlern auf Amazon bewerten und so ihre persönliche Meinung und ihr Urteil dazu abgeben. Doch was ist, wenn diese Bewertungen falsch oder irreführend sind? Haftet dann der Händler für diese Äußerungen? Damit hat sich der BGH befasst.

Geklagt hatte der Verband Sozialer Wettbewerb. Konkret ging es dabei um Kundenbewertungen auf Amazon, die ein Muskeltape als „schmerzlindernd“ bezeichneten. Da die beschriebene Schmerzlinderung aber nicht wissenschaftlich erwiesen sei, sollte der Händler diese Bewertungen von Amazon löschen lassen – so der Verband Sozialer Wettbewerb.

Der BGH urteilte jedoch: Der Händler ist nicht verantwortlich für Bewertungen und Aussagen von Kunden zu seinem Produkt. Denn das angebotene Produkt und die Rezensionen dazu seien klar ersichtlich getrennt (Angebot vom Händler oben, Bewertungen von Kunden unten).

Der Vorsitzender Richter des ersten Zivilsenats, Thomas Koch, begründete das Urteil zum Muskeltape wie folgt: "Bei den Kundenbewertungen handelt es sich zwar um irreführende Äußerungen Dritter, weil die behauptete Schmerzlinderung durch Kinesiologie-Tapes medizinisch nicht sicher nachweisbar ist. Die Beklagte hat aber weder selbst aktiv mit den Bewertungen geworben, noch hat sie sie veranlasst. Sie hat sich die Bewertungen auch nicht zu eigen gemacht."

Insofern haften Händler bei Amazon also nicht für Kundenbewertungen, auch wenn diese Falschaussagen enthalten, und sind dementsprechend nicht verpflichtet, sie zu löschen.


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