Rechtsanwalt & Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
T (+49) 040 / 7344 086-0
Rechtsanwalt & Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
T (+49) 040 / 7344 086-0
| Internetrecht, Reputationsrecht
Blog News
Die Bau-Influencerin Cindy-Adriana Speich erreicht über Instagram Hunderttausende Menschen – und wird dort zugleich massiv von Männern beleidigt und abgewertet. In einem SPIEGEL-Interview zeigt die Influencerin, wie sie mit Hasskommentaren bzw. digitalem Hass in sozialen Medien umgeht.
Im SPIEGEL-Interview werden ausführlich die Erfahrungen der Bau-Influencerin Cindy-Adriana Speich geschildert, die auf ihrem Instagram-Kanal Bau- und Sanierungsprojekte dokumentiert werden. Obwohl sie handwerkliche Arbeiten zeigt und damit ein großes Publikum erreicht, ist sie täglich mit sexistischen Anfeindungen, Abwertung und Angriffen auf ihr Äußeres konfrontiert. Diese Kommentare kommen laut ihr ausschließlich von Männern.
Es handelt sich hier um ein Medien-Interview bzw. einen Video-Beitrag von DER SPIEGEL über Cindy-Adriana Speich, 30 Jahre alt, Bau-Influencerin aus Thüringen, Betreiberin des Instagram-Kanals @haus_plan_b mit über (Stand heute) 860.000 Followern.
Cindy Speich hat gemeinsam mit ihrem Mann ein rund 100 Jahre altes Haus gekauft und saniert es in Eigenregie. Als gelernte Friseurin musste sie sich eigenständig in das Bauhandwerk einarbeiten – häufig mithilfe von YouTube-Tutorials, wie sie offen erzählt.
Schon auf ihrer Baustelle erlebt sie, dass Männer ungefragt ihre Arbeit kommentieren oder ihr Fachwissen in Frage stellen. Spaziergänger belehren sie über Materialien oder Arbeitsweisen, obwohl sie korrekt arbeitet. Auch online wird ihre Kompetenz infrage gestellt: Follower unterstellen ihr, dass ihr Mann die Arbeit erledige oder dass sie bestimmte Tätigkeiten nicht selbst ausführen könne.
Zusätzlich wird Cindy Speich immer wieder auf ihr äußeres Erscheinungsbild reduziert. Obwohl ihre Videos ausschließlich handwerkliche Tätigkeiten zeigen, erhält sie beleidigende Kommentare über ihren Körper. Die Abwertungen reichen von sexistischen Beleidigungen bis hin zu Übergriffigkeiten.
Cindy Speich nutzt die Hasskommentare inzwischen offensiv. In ihren Videos zeigt sie eingangs einen anonymisierten Kommentar und hält den Verfassern dadurch den „Spiegel“ vor. Zunächst hatte sie beleidigende Beiträge gelöscht; heute nutzt sie sie bewusst als Teil ihres Contents. Namen zensiert sie jedoch – laut eigener Aussage, weil sie wegen der Veröffentlichungen monatlich Abmahnungen erhalte.
Ein Beispiel beschreibt sie ausführlich: Ein bekannterer Musiker hatte sie öffentlich beleidigt, woraufhin sie seinen Kommentar unzensiert veröffentlichte. Kurz darauf erhielt sie E-Mails, sie solle das Video löschen. Instagram entfernte es schließlich nach wiederholten Meldungen. Für Speich zeigt dieser Vorgang, dass eher die Täter geschützt werden.
Cindy Speich ordnet die Anfeindungen klar als sexistisches Verhaltensmuster ein. Ihrer Aussage nach stammen die Kommentare ausschließlich von Männern. Sie beobachtet, dass ihr handwerkliches Können pauschal abgesprochen wird, ihr Körper bewertet wird oder ihr die Fähigkeit abgesprochen wird, Projekte selbst umzusetzen.
Sie kritisiert in ihren Videos auch mal traditionelle Geschlechterrollen und spricht manchmal offen über den Widerspruch, dass Männer für wütenden Content gefeiert werden, während Frauen dafür kritisiert werden. Hass äußere sich nicht nur digital: Ein Mann habe ihr beispielsweise im persönlichen Gespräch erklärt, Frauen auf dem Bau würden Männer aus ihren Rollen drängen.
Besonders belastend sind Fälle, in denen Männer ihr Wohnhaus über Google Maps gefunden und unangekündigt auf ihrem Grundstück erschienen sind – trotz der Tatsache, dass sie ihre Adresse nie öffentlich geteilt hat.
Das SPIEGEL-Interview verweist ebenfalls auf Erfahrungen anderer öffentlicher Personen wie Luisa Neubauer, Luisa Dellert oder Dunja Hayali, die Hasskommentare anzeigen oder sich aus sozialen Medien zurückgezogen haben. Laut der zitierten Studie „Lauter Hass, leiser Rückzug“ richten sich Anfeindungen besonders gegen Menschen mit politischen Statements oder – wie bei Cindy – gegen das äußere Erscheinungsbild bei Frauen.
Cindy Speich selbst lässt sich trotz aller Bedrohungen nicht einschüchtern. Sie berichtet von positiven Rückmeldungen ihrer Community: Viele Frauen würden sich durch ihre Videos motiviert fühlen, selbst handwerkliche Projekte umzusetzen. Diese Resonanz bestärkt sie, weiterhin aktiv zu sein.
Digitale Anfeindungen, Beleidigungen oder Übergriffigkeiten im Netz können tiefgreifende Folgen für Betroffene haben – besonders für Personen, die öffentlich auftreten. Eine der Expertisen von SBS Legal Rechtsanwälte ist das Medienrecht, Reputationsrecht und Internetrecht. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Persönlichkeitsrechte zu schützen, Ansprüche durchzusetzen und rechtliche Schritte gegen Täter einzuleiten.
Im Kampf gegen Online-Hass, Hate Speech und Drohungen und Internet haben wir uns mit HateAid zusammengeschlossen, um Betroffenen zu helfen. Wir recherchieren nach den Tätern, die teils hohe Strafen für Ihren blinden Hass zahlen müssen. HateAid ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für Menschenrechte im digitalen Raum einsetzt und Betroffene von digitaler Gewalt unterstützt. HateAid bietet kostenlose Erstberatungen an und hilft Opfern digitaler Gewalt bei der Rechtsdurchsetzung - hier kommen Kanzleien wie SBS Legal Rechtsanwälte ins Spiel. HateAid ist Pionier*in in Sachen Beratungsstellen gegen die digitale Gewalt in Deutschland.
Wir prüfen für Sie, welche Maßnahmen möglich sind, und beraten Sie verständlich und lösungsorientiert. Wenn Sie betroffen sind, müssen Sie nicht allein damit umgehen – sprechen Sie uns gern an.