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Influencerin kann ihre Kleidung steuerlich nicht absetzen


Gekaufte Kleidung kann nicht als Betriebsausgabe berücksichtigt werden 

Mode-Influencer können die von ihnen gekaufte Kleidung nicht als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen. Dies hatte das Fachgericht Hannover mit Urteil von 13.11.2023 – Az. 3 K 111195/21 entschieden. Das Gericht hat die Kleidung nicht als Berufskleidung anerkannt.

Die Klägerin war eine Mode-Influencerin. Sie wollte die Kosten für ihre gekaufte Kleidung als Betriebsausgabe steuerlich berücksichtigen. Diese Anfrage lehnte das Finanzamt ab. Das FG Hannover gab dem Finanzgericht recht.


Kleidung dient der privaten Lebensführung

Grund dafür ist, dass die gekaufte Kleidung auch privat genutzt werden kann. Ausgaben für normale Kleidung können nicht als Betriebsausgabe oder Werbungskosten angesetzt werden. Sie sind von dieser Möglichkeit der Ansetzung ausgeschlossen.

Denkbar wäre vielleicht eine Aufteilung der Kosten der Kleidung für die Arbeitszeit und Freizeit. Allerdings ist eine doppelte Berücksichtigung in einerseits Betriebsausgaben und andererseits Ausgaben für die private Lebensführung nicht möglich, sodass auch eine Aufteilung der Kosten ausscheidet. Ein teilweiser Abzug der Ausgaben ist nicht möglich.

Auch dann nicht abzugsfähig, wenn Kosten zusätzlich den Betrieb fördern

Die Kosten für Kleidung wird als Kostenpunkt für die private Lebensführung angesehen. Aufwendungen für die private Lebensführung sind nach dem Einkommenssteuergesetz nicht abzugsfähig. Sie fallen unter § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG. Darin ist außerdem geregelt, dass diese Kosten auch dann nicht abzugsfähig sind, wenn sie gleichzeitig zur Förderung des Berufs erfolgen. Es kann somit nicht damit argumentiert werden, dass die Mode-Influencerin die Kleidung neben der privaten Nutzung auch für ihren Beruf genutzt hat. 

§ 12 Nr. 1 EStG

Soweit in (…) nichts anderes bestimmt ist, dürfen weder bei den einzelnen Einkunftsarten noch vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden

1. die für den Haushalt des Steuerpflichtigen und für den Unterhalt seiner Familienangehörigen aufgewendeten Beträge. Dazu gehören auch die Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen.


Ausnahme bei Berufskleidung

In einigen Fällen besteht eine Ausnahme, wenn es sich um Berufskleidung handelt. Sollte es sich um Berufskleidungs handeln, sind die Kosten für diese Kleidung als Betriebskosten anzusetzen. In dem Fall mit der Influencerin hingegen wurde diese Ausnahme abgelehnt. Es ist schon zweifelhaft welche die typische Berufskleidung einer Influencerin ist. Davon abgesehen hat schon die Liste der Kleidungsstücke, die die Influencerin vorgelegt hat, dafür gesprochen, dass es sich nicht um Berufskleidung handeln kann.

Kleidung der Influencerin war keine Berufskleidung

Über einen Zeitraum von vier Jahren hatte die Influencerin Kleidungstücke, überwiegend von großen Modemarken, als Betriebsausgabe bei der Steuer ansetzen wollen. Zwar handelt es sich bei der Kleidung um eine luxuriösere Ausstattung, allerdings sind diese Kosten noch im Rahmen gewesen. Das Gericht war der Ansicht, dass viele Steuerpflichtige ebenfalls bereit sind solche Summen für Kleidung für ihre private Lebensführung auszugeben. Die Kleidungsstücke der Influencerin weisen laut Gericht keine Besonderheiten und keine Einzigartigkeit auf, die dafür sprechen würde, dass man diese als typische Berufskleidung ansehen könnte.

Die Modemarken sind auch nicht für einen bestimmten Beruf gedacht. Die Kleidung unterscheidet sich nicht von herkömmlicher im Luxusbereich bestehender Kleidung, die nicht für einen besonderen Beruf bestimmt ist. Aufgrund dessen war die Kleidung steuerlich nicht abzugsfähig und unterfiel auch keiner Ausnahme.

Bei der Abgabe der Steuererklärung muss genau darauf geachtet werden, welche Kosten abzugsfähig sind und welche nicht. Sie sollten sich vorher informieren was unter die jeweiligen Vorschriften fällt. 


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