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Exportbürgschaft: Absicherung für Unternehmen


Was ist eine Exportbürgschaft? Definition und Funktion

Exportbürgschaften und Exportkreditgarantien dienen dazu, Exporteure und exportfinanzierende Banken gegen wirtschaftlich oder politisch bedingte Zahlungsausfälle bei Auslandsgeschäften abzusichern.

Durch die finanzielle Sicherheit der Exportbürgschaft erlangen Exporteure ein verstärktes Vertrauen in den internationalen Handel und erfahren eine Erleichterung in ihren Geschäften mit ausländischen Kunden.

Die Exportbürgschaft deckt neben wirtschaftlich bedingten Zahlungsausfällen auch politisch begründete Risiken ab. Sie stellt ein wesentliches Mittel zur Förderung der Außenwirtschaft dar.

Die Abwicklung einer Exportkreditgarantie

Neben den privaten Kreditversicherern gibt es auch die sogenannte Exportkreditgarantie des Bundes (Hermesdeckung). Die Abwicklung dieser staatlichen Garantien erfolgt im Auftrag des Bundes durch die Euler Hermes Aktiengesellschaft als Mandatar.

Wenn deutsche Unternehmen Waren ins Ausland verkaufen (z. B. Maschinen nach Asien oder Südamerika), besteht immer das Risiko, dass der ausländische Käufer nicht bezahlt. Um deutsche Exporteure vor solchen Verlusten zu schützen, springt die Bundesrepublik Deutschland im Ernstfall als Bürge ein.

  • Der Auftraggeber: Die Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz).
  • Euler Hermes AG: Sie prüfen die Anträge der Unternehmen, verwalten die Verträge und wickeln im Schadensfall die Zahlungen ab – allerdings im Namen und auf Rechnung des deutschen Staates.

Warum Exportbürgschaften für den internationalen Handel essenziell sind

Die weiter ansteigende Globalisierung ist ein erheblicher Faktor für die Zunahme der Bedeutung von Exportbürgschaften. Daneben spielen auch die komplexer werdenden internationalen Geschäftsstrukturen eine Rolle. Insbesondere profitieren kleine bzw. mittlere Exporteure von diesem Angebot und sichern ihre Risiken ab.

Der besondere Vorteil dieser Absicherung liegt darin, dass verschiedenste Risiken abgedeckt werden können. Zum Beispiel gehören Vertragsbrüche seitens der Importeure zum Umfang der Absicherungsmöglichkeit. Aber auch politische Aspekte, wie etwa Kriege oder Transferverbote, die sich plötzlich ereignen und sodann als Hürde für die wirtschaftliche Zusammenarbeit erweisen, können durch die Exportbürgschaft abgesichert werden.

Ungewissheiten können Exporteure vor Eingehung vertraglicher Bindungen grundsätzlich abhalten. Gleichzeitig sorgen Unsicherheiten und Zweifel auch für eine Zurückhaltung der kreditgewährenden Banken. Die Exportbürgschaft steigert durch ihre Garantie die Finanzierungschancen der Unternehmen. Oftmals wird die Finanzierung eines solchen Exportgeschäfts durch die Exportbürgschaft erst möglich gemacht. Gleichzeitig wird durch die Exportbürgschaft auch die Verhandlungsstärke der Exporteure gegenüber den ausländischen Vertragspartnern gesteigert.

Auf übergeordneter Ebene fördert das Konstrukt der Exportbürgschaft zudem das Wachstum des internationalen Marktes.

Private Kreditversicherung vs. staatliche Hermesdeckung

Die Exportbürgschaft ist eine spezielle Bürgschaft. Als Bürge tritt in der Regel eine Bank oder Versicherung ein und gewährleistet die Absicherung des Exporteurs. Zuvor legen der Bürge und der Exporteur die Bedingungen der Bürgschaft in einem Vertrag fest. Banken und Versicherungen nehmen oftmals auch die Dienstleistung der Bürgschaftsberatung wahr.

Neben diesen privaten Kreditversicherern stehen den Exporteuren die Exportkreditgarantie des Bundes (Hermesdeckung) zur Verfügung. Grundsätzlich umfassen diese vor allem die Exportgeschäfte in Schwellen- und Entwicklungsländern, da die privaten Angebote diesen Bereich nur unzureichend abdecken.

Die Exportkreditgarantie des Bundes stellt die Exportbürgschaft des Bundes dar. Die Risiken einer Zahlungsunfähigkeit des ausländischen Geschäftspartners wird auf den Staat übertragen. Davon profitieren können Exportunternehmen sowie exportfinanzierende Banken nur, wenn sie über einen Sitz in Deutschland verfügen.

Von Bedeutung sind bei Gewährung der Exportkreditgarantie des Bundes die Förderungswürdigkeit des Exportgeschäfts, also insbesondere ob dadurch Arbeitsplätze und Absatzmärkte in Deutschland geschaffen und ob kleinere bzw. mittlere Exportunternehmen dadurch unterstützt werden, sowie die Vertretbarkeit des Geschäfts in Anbetracht seiner Risiken. Maßgeblich sind bei der Entscheidung ferner, ob die Exportgeschäfte mit den Menschenrechten sowie den Umwelt- und Sozialstandards des Bundes im Einklang sind.

Rechtsgrundlagen und Vertragsgestaltung bei Exportbürgschaften

Der Exportbürgschaft liegt eine vertragliche Vereinbarung zugrunde. Die Ausgestaltung dieses Vertrags ist enorm wichtig, um spätere Auseinandersetzungen wegen missverständlicher und mehrdeutiger Klauseln zu vermeiden. Die Regelungen sollten eindeutig formuliert sein. Ferner sollten die abzusichernden Risiken so präzise wie möglich bezeichnet werden. Schließlich sind auch auf die vertraglichen Rahmenbedingungen zu achten, wie zum Beispiel die Vertragslaufzeit, die Bedingungen der Kündigung, etc.

Kosten einer Exportbürgschaft

Welche Risiken eine Exportbürgschaft absichern soll, ist eine Frage des Einzelfalls. Sie kann für bestimmte, einzelne Geschäfte oder aber für langjährige Vertragsbeziehungen gelten. Die Kostenhöhe wird vor allem an der Höhe des abzusichernden Betrags und an dem bestehenden Risiko bemessen. Auch variieren die Kosten von Bürge zu Bürge.

Checkliste: So vermeiden Sie Fehler beim Bürgschaftsantrag

1) Vollständige Risikoanalyse durchführen

Erfassen Sie alle makroökonomischen und länderspezifischen Risiken des Zielmarktes (z.B. drohende Devisenbeschränkungen oder politische Unruhen).

2) Eindeutige Vertragsklauseln im Exportvertrag verankern

Definieren Sie den Begriff des Schadenseintritts sowie die Zahlungsbedingungen im zugrundeliegenden Liefer- oder Leistungsvertrag unmissverständlich.

3) Anzeigepflichten und Fristen strikt überwachen

Melden Sie Zahlungsverzögerungen oder Bonitätsverschlechterungen des ausländischen Käufers unverzüglich an den Bürgen oder Mandatar (Euler Hermes AG), um den Deckungsschutz nicht wegen Fristversäumnis zu riskieren.


SBS Legal – Kanzlei für Wirtschaftsrecht und Unternehmensrecht

Sind Sie ein Unternehmen, das im internationalen Handel tätig ist? Dann wissen Sie, wie wichtig es ist, Risiken zu minimieren und Geschäfte abzusichern. Eine Exportbürgschaft kann Ihnen dabei helfen, Ihr Geschäft im Ausland erfolgreich zu gestalten und Ihren finanziellen Schutz zu maximieren.

Rechtssichere Absicherung internationaler Exportgeschäfte

SBS LEGAL berät Unternehmen bei der rechtlichen Prüfung und Gestaltung von Exportbürgschaften, Hermesdeckungen und internationalen Sicherungsvereinbarungen. Ziel ist eine belastbare Vertragsstruktur, die wirtschaftliche Risiken reduziert und rechtliche Streitpunkte frühzeitig vermeidet.

Gerade bei Auslandsgeschäften kommt es darauf an, wirtschaftliche Risiken, politische Risiken, Vertragsklauseln, Sicherheiten und Haftungsfragen präzise zu erfassen, damit die gewählte Absicherung tatsächlich zum konkreten Exportgeschäft passt. Unsere Kanzlei begleitet Sie bei der vertraglichen Gestaltung, der Risikoanalyse und der rechtlichen Einordnung von Bürgschafts- und Garantieinstrumenten im Außenwirtschaftsrecht.

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