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Was sind Dark Patterns?


Als Dark Patterns oder auch Deceptive Patterns bezeichnet man manipulative Design-Tricks auf Websites und Apps, die das psychologische Ausnutzen der Nutzer:innen zum Zweck haben.

Welche Zwecke verfolgen Dark Patterns?

Dark Patterns sollen die Nutzer:innen zu einem bestimmten Handeln bewegen und werden nicht zur Erhöhung der Bedienungsfreundlichkeit, sondern ausschließlich zu Marketing- und Verkaufszwecken eingesetzt. Die Anbieter der Online-Plattformen wollen mithilfe der Design-Tricks Kund:innen und deren Daten gewinnen, ihre Umsätze steigern und die Aufenthaltsdauer der Nutzer:innen auf den Plattformen erhöhen.

Dark Patterns, die zum Verkauf anregen sollen

Viele Online-Shops geben an, wie viele Produkte noch auf Lager sind. Einige dieser Shops behaupten dann, dass nur noch wenige Stücke erhältlich seien, obwohl noch ausreichend Artikel vorrätig sind. Dies soll den Kaufprozess beschleunigen. Den gleichen Effekt haben Angaben dazu, wie viele Nutzer:innen sich den gleichen Artikel zur selben Zeit anschauen.

Manche Anbieter platzieren zusätzliche Produkte wie Versicherungen oder Premium-Abonnements im Warenkorb, die von den Kund:innen selbst gelöscht werden müssen. Solche Zusatzangebote können bei Eilkäufen leicht übersehen werden, auch bei Kennzeichnung.

Zudem werden Kund:innen häufig darauf hingewiesen, dass für eine geringe Zuzahlung weitere Extras wie Versicherungen, Gratisprodukte oder Rabatt-Codes erhältlich seien.

Dark Patterns, die persönliche Daten sammeln sollen

Bei fast jedem Besuch von Online-Plattformen werden Einstellungen zur Privatsphäre abgefragt. Meist ist bei der sogenannten Cookie-Auswahl die Möglichkeit „Alle akzeptieren“ als Standardauswahl farblich hervorgehoben, während andere Optionen versteckt dargestellt werden. Stimmt man den Cookies vollumfänglich zu, stimmt man gleichzeitig dem Zugriff auf seine persönlichen Daten zu.

Die persönlichen Daten lassen sich dann durch den Betreiber weiterverkaufen und sind für ein gezieltes Marketing hilfreich. Zum Beispiel kann mithilfe des Wohnorts und des Nutzerverhaltens ermittelt werden, welche Werbung für die entsprechenden Nutzer:innen interessant sein könnte.

Um an Daten zu kommen, versprechen Websites oft auch einen besseren Service, sobald die Standortermittlung eingeschaltet ist. Ein anderer Trick ist das Werben mit Geschenken oder Zusatzinformationen nach Eingabe der E-Mail-Adresse.

Dark Patterns, die zur Anmeldung zum Newsletter bewegen sollen

Eine andere Form der Dark Patterns, die einem häufig begegnet, sind solche, die die Nutzer:innen dazu bewegen sollen, sich zum Newsletter anzumelden.

So werden manchmal Aussagen verneint oder missverständlich ausgedrückt. Beispielsweise befindet sich am Ende eines Anmeldeformulars eine abgehakte Checkbox mit der Formulierung „Ich möchte mich nicht zum Newsletter anmelden“. Oft wird der Haken dann automatisch und wie gewohnt abgewählt, weil das „nicht“ übersehen wird und man sich eigentlich nicht zum Newsletter anmelden möchte.

In anderen Formularen kann man den Newsletter abwählen, jedoch ist die Option zum Abwählen so formuliert, dass die Nutzer:innen ein schlechtes Gewissen bekommen sollen. Beispiele dafür sind Formulierungen wie „Nein danke, ich mag keine Angebote“ oder „Ich möchte nicht informiert sein“.

Dark Patterns, die Abo-Kündigungen erschweren sollen

Darüber hinaus gibt es Design-Tricks, die darauf abzielen, die Kündigung eines Vertrags, einer Mitgliedschaft oder eines Abonnements zu erschweren.

Einige Websites verstecken zu diesem Zweck absichtlich die Option, den Vertrag oder Ähnliches zu kündigen. Manchmal verlangen Betreiber für die Kündigung einen Rückruf oder eine zusätzliche Bestätigung, um den Kündigungsprozess für die Nutzer:innen zu erschweren. Gleichzeitig verlängern sich Abonnements hingegen meist automatisch.

Zum Teil werden innerhalb des Kündigungsprozesses auch wechselnde Formulierungen verwendet. Zunächst wird eine Handlungsmöglichkeit beispielsweise mit „Mitgliedschaft kündigen“ bezeichnet, im nächsten Schritt wird dann aber eine abweichende Bezeichnung genutzt.

Sind Dark Patterns rechtmäßig?

Dark Patterns befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Der Digital Service Act (DSA), der am 17.02.2024 eingeführt wurde, schreibt einheitliche Regeln für Online-Plattformen innerhalb der EU vor. Durch den DSA werden Website- und App-Anbieter zu mehr Verbraucherschutz und Transparenz verpflichtet. Zudem verbietet der DSA, dass Websites so konzipiert und organisiert werden, dass Nutzer:innen in ihren Entscheidungsprozessen manipuliert oder getäuscht werden.  So ist es beispielsweise unzulässig, dass die Kündigung zu einem Abonnement schwieriger gestaltet ist als die Anmeldung.

Es gibt auch Vorgehensweisen, die als unlautere Geschäftsmethoden gelten und durch das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb geregelt sind. Darunter fällt zum Beispiel, wenn für zuvor kostenlos beworbene Produkte gezahlt werden muss oder wenn für Artikel, die gar nicht lieferbar sind, mit attraktiven Preisen geworben wird.

Was Nutzer:innen tun können, um sich vor Manipulation zu schützen

Um sich vor der Manipulation durch Dark Patterns zu schützen, sollten Nutzer:innen Buttons nicht voreilig betätigen, sondern sich versichern, welche Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Auch Check-Boxen und dazugehörige Formulierungen sollten aufmerksam beachtet werden.

Zudem sollten Kund:innen keine übereilten Käufe tätigen, weil der Betreiber angibt, dass nur noch eine geringe Stückzahl des Artikels vorrätig ist. Wichtig ist außerdem, den Warenkorb vor Verkaufsabschluss zu überprüfen. Grundsätzlich sollte auch immer der tatsächliche persönliche Bedarf mit dem Angebot verglichen werden, um einen übermäßigen Konsum zu vermeiden. Ebenfalls ratsam ist es, Preise verschiedener Websites zu vergleichen und zu prüfen, ob sich ein Angebot trotz Kostenzuschläge noch lohnt.

Nutzer:innen sollten sich außerdem durch gezielte Formulierungen bezüglich der Newsletter-Ablehnung kein schlechtes Gewissen machen lassen und Kündigungsfristen berücksichtigen, bevor sie ein Abonnement abschließen. 


SBS LEGAL – Kanzlei für IT-Recht und Wettbewerbsrecht

Dark Patterns betreffen zentrale Fragen des IT-Rechts, Datenschutzrechts und Wettbewerbsrechts. Für Unternehmen sind insbesondere die Keywords Dark Patterns, Digital Services Act und manipulatives Webdesign relevant.

Rechtssichere Gestaltung digitaler Benutzeroberflächen

SBS LEGAL unterstützt Unternehmen, Plattformbetreiber, Online-Shops und digitale Dienstleister bei der rechtlichen Prüfung von Websites, Apps, Cookie-Bannern, Checkout-Prozessen, Newsletter-Anmeldungen und Kündigungsstrecken. Gerade seit der Anwendung des Digital Services Act müssen Online-Oberflächen so gestaltet sein, dass Nutzer:innen nicht durch irreführende, manipulative oder unnötig erschwerte Auswahlprozesse in ihrer freien Entscheidung beeinträchtigt werden. Auch wettbewerbsrechtliche Vorgaben, datenschutzrechtliche Einwilligungsanforderungen und verbraucherschützende Informationspflichten sollten frühzeitig in UX-Design, Conversion-Optimierung und Compliance-Prozesse eingebunden werden. SBS LEGAL prüft, ob digitale Nutzerführungen rechtliche Risiken enthalten, und entwickelt praxisnahe Lösungen für transparente, nutzerfreundliche und rechtssichere Online-Angebote.

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